Hier hergestellt – ins Ausland exportiert – von einem Händler zurückgeholt und immer noch billiger. Es ist eine erstaunliche Formel, doch fabrikneue Fahrzeuge, die aus einem EU-Land importiert werden, sind günstiger als vergleichbare Modelle auf dem deutschen Markt.

Der freie Fluss von Waren und Dienstleistungen ist eine der Grundideen der Europäischen Gemeinschaft. Eigentlich sind wir politisch mit der EU schon viel weiter, nur in der Praxis sieht es mit einem Autokauf im Nachbarland nicht gut aus. Hersteller und Händler haben Wege gefunden, zögerlich oder gar nicht an Deutsche im Ausland zu verkaufen.
Darum haben sich etliche Händler auf den Import von EU-Autos spezialisiert. Sie nutzen dabei die unterschiedlichen Steuersätze innerhalb der Europäischen Union zum Vorteil der Verbraucher aus. Etliche Länder haben höhere Mehrwertsteuern und berechnen bei Autos zusätzlich eine Luxussteuer. Im Hochsteuerland Dänemark sind beispielsweise 25 Prozent Mehrwertsteuer und bis zu 180 Prozent Luxussteuer fällig. Damit die Autohersteller in diesen Ländern zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten können, senken sie den Nettopreis oder packen besonders viele Extras in die Wagen.
Die Importeure kaufen die Wagen im Ausland, zahlen aber weder die lokale Mehrwert- noch die Luxussteuer. Bei der Einfuhr nach Deutschland wird lediglich die hier übliche Mehrwertsteuer in Höhe von 16 und ab kommendem Jahr von 19 Prozent berechnet. So kommt es, das beispielsweise ein VW Passat Comfortline 1,9 TDI mit Climatronic, Winterpaket, Radio RCD 300 und Sonderlackierung beim Importeur 4.300 Euro unter Listenpreis zu haben ist. Die Preisangaben gelten meist ab Hof des EU-Importeurs. Überführungen werden extra berechnet.
Man sollte bei einem Kauf darauf achten, das der Wagen die zweijährige europaweite Herstellergarantie hat. Alle Fahrzeuge, die Hersteller innerhalb der EU in den Handel bringen, werden mit der EG-Typengenehmigung ausgeliefert. Mit dem so genannten COC-Dokument (Coordinating Commitee for Commerce) erstellt die deutsche Zulassungstelle den Fahrzeugbrief. Die Kosten dafür und die Anmeldung liegen zwischen 60 und 80 Euro. Eine erneute Vorführung des Fahrzeugs beim TÜV ist nicht notwendig. Dann gut Fahrt, egal wohin in Europa.